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Corona Foto: SPD Friedland

5. Mai 2020: Liebe Genossinnen und Genossen, auch ich möchte gerne meinen kurzen Beitrag zu dem Thema Corona geben.

Studienbedingt habe ich von Beginn an vor allem die medizinischen und epidemiologischen Aspekte der Pandemie gesehen, weniger die wirtschaftlichen.
Meine wirkliche Sorge gilt aber den gesellschaftlichen Problemen, die diese Krise aufweist. In vielen Bereichen unserer Gesellschaft sind wir lange noch nicht so weit, wie wir es gehofft haben:

Nach wie vor sind es vor allem die Frauen, die von der Doppelbelastung aus Home-Office und Home-Schooling besonders betroffen sind. Gleichzeitig sind es aber auch voranging die Frauen, die in „systemrelevanten Berufen“- in der Pflege und in Supermärkten arbeiten.

Das zeigt wieder einmal, dass es nicht nur Frauenquoten in Aufsichtsräten bedarf sondern in allen Bereichen einer anderen, neuen Wertschätzung von der Arbeit durch Frauen, um die Gleichberechtigung im Arbeitsmarkt voranzutreiben.

Auch in unserem Bildungssystem kann von Chancengleichheit noch lange keine Rede sein. Die Corona-Pandemie wird die sozialen Schichten im Bildungswesen auseinander treiben. Bei digitalem Lernen ist es entscheidend, ob eine Familie sich digitale Medien für jedes beschulte Kind leisten kann, ob es Raum und Ruhe gibt, wenn womöglich mehrere Kinder gleichzeitig lernen müssen und nicht zuletzt, ob die Eltern sprachlich und inhaltlich in der Lage sind einzuspringen, wo die Lehrkraft ausfällt. Mit Vorantreiben der Digitalisierung werden die Bildungschancen noch mehr als ohnehin schon davon abhängen, ob die Eltern Akademiker sind und ob sie in diesem Land geboren sind. Dem müssen gerade wir als SPD entgegenwirken!

Und das letzte Problem, dass ich anreißen möchte macht mich persönlich besonders betroffen, weil ich den Mangel an Solidarität und Weitsicht schlichtweg nicht fassen kann. Immer wieder kommt der Vorschlag auf, Risikogruppen, vor allem die sogenannten „Alten“ zu isolieren, damit der Rest wieder zur Normalität zurückkehren kann. Die Gruppe, die von Einsamkeit und Isolation ohnehin schon am meisten betroffen ist, noch weiter an der Rand der Gesellschaft drängen, damit die Wirtschaft möglichst schnell wieder läuft? Das hat für mich nichts mit Fürsorge zu tun und ich finde es schlicht unmenschlich. Es zeigt aber auch welche Anerkennung diesen Generation(en) entgegengebracht wird. Und ich fürchte, genau das wird zum Beispiel im Thema Rentenreformen noch Probleme darstellen.

Ich weiß diese Themen sind fern der Wirtschaft, ich würde mich dennoch freuen, wenn wir auch das in der Zukunft diskutieren würden. Denn sie stellen gerade für SPD auch Chancen dar, längst bestehende Vorhaben in sozialen Fragen voranzutreiben und mehr Profil zu bilden.

Liebe Grüße und bleibt weiterhin gesund und guter Dinge,

Catharina Pyttlich

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